Häufige Fragen und Antworten

Können Tigerschnegel das ganze Jahr über im Garten angesiedelt werden – wenn nicht, wann wäre der früheste/der späteste Zeitpunkt?

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Tigerschnegel sind wie alle Schnecken wechselwarme Tiere. Die Wintermonate verbringen sie in Kältestarre, vergraben im Kompost, unter Laubhaufen oder verrotendem Holz, und kommen erst im Frühjahr wieder an die Oberfläche. Sobald die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen - in der Regel von etwa Mitte März bis Mitte Oktober - können die Schnegel in die freie Natur gesetzt werden.  Ein paar verspätete mäßig frostige Nächte schaden ihnen dann nicht mehr.

Wie viele Tigerschnegel sind nötig, um die Massen von Nacktschnecken in meinem 300-qm-Garten wirksam zu bekämpfen?

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Der Tigerschnegel zählt, wie z. B. der Igel, die Kröte, die Blindschleiche, einige Käfer wie der Schwarze Moderkäfer, zu den natürlichen Feinden der schädlichen Nacktschnecken. Er ernährt sich zwar hauptsächlich von Pilzen, Algen, absterbendem Pflanzenmaterial, Kot und Aas, raspelt bei Gelegenheit aber auch gerne eine Portion Frischfleisch von einer vorbeiziehenden Wegschnecke ab oder räubert deren Gelege aus. Aggressiv gegenüber anderen Nacktschnecken verhält er sich vor allem während der Zeit seiner eigenen Eiablage, dann treibt er sie durch gezielte Bisse aus seinem Revier.


Der Tigerschnegel ist also nur einer von mehreren natürlichen Feinden der schädlichen Nacktschnecken. Je mehr davon in einem Garten vorkommen, desto eher werden die Schadschnecken zurückgedrängt. Zwei bis drei Kolonien Tigerschnegel von ein paar Dutzend Tieren können in einem 300-qm-Garten zwar bereits regulierend wirken – ausrotten werden sie die schädlichen Nacktschnecken jedoch nicht. 

Wie lange dauert es, bis eine Anzahl von vier bis acht Tigerschnegeln – wie im Starter-Pack angeboten – zu einer Population anwächst, die sich regulierend auf das Aufkommen der schädlichen Nacktschnecken auswirken kann?

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Das hängt von verschiedenen Faktoren wie Wetterbedingungen oder örtliche Gegebenheiten ab. Finden die Schnegel genügend Versteckmöglichkeiten an einem ungestörten, schattigen und feuchten Platz wie z. B. eine naturbelassene Ecke mit ein paar hohl liegenden Steinen und Ästen, eine Natursteinmauer, einen Komposthaufen in der Nähe?

Stimmen die Bedingungen, bilden die Tigerschnegel Kolonien, die sich im Umkreis von 5 bis 10 m aufhalten. Über die Sommermonate legt ein ausgewachsener Tigerschnegel bis zu 200 Eier ab, verteilt in mehreren Verstecken. Da jedoch viele der Eier verrotten oder die Kleinen die ersten Tage und Wochen nicht überleben (kleine Tigerschnegel haben viele Freßfeinde oder ertrinken bei einem starken Regenguss!), wachsen die Populationen nur langsam. Um mit einem oder zwei startersets eine Population aufzubauen, die auch Wirkung zeigen kann, braucht es also schon mehr als einen Sommer.

In der Versandbox wird ein Gelege gefunden – was soll man damit machen?

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Entweder man deponiert das Gelege gleichzeitig mit den Schnegeln an der Stelle, wo sie sich ansiedeln sollen - locker unter Moos oder einem Stück Rinde versteckt, oder

man nimmt eine Plastikdose (der Deckel muss gut schließen), bohrt mit einer Reißzwecke Löcher hinein, polstert die Dose mit Moos aus, versenkt das Gelege darin, und hält das Ganze gut feucht, aber nicht zu nass. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Kleinen, die dann noch drei bis vier weitere Wochen gefüttert werden sollten (am liebsten nehmen sie in diesem Stadium Gurke und Champignons an) und setzt sie dann ebenfalls in den Garten.

Ist es ratsam, die Schnegel im Gewächshaus anzusiedeln?

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Es kommt darauf an, was im Gewächshaus wächst. Der Tigerschnegel frisst zwar im Allgemeinen keine Grünpflanzen, aber eine reife Gurke oder Tomate zählt in seiner Welt zu absterbendem Pflanzenmaterial, und die frisst er sogar gerne. Im Garten richtet er zwar keinen größeren Schaden an, da er dort genug andere Leckereien findet und eine hin und wieder angefressene Gurke gemessen an seinem Nutzen nicht ins Gewicht fällt, aber in ein räumlich begrenztes Gewächshaus, in dem Gemüse wächst, würde ich ihn nicht unbedingt hineinsetzen. 

Wir haben eine Igelfamilie im Garten. Fressen die Igel die Tigerschnegel nicht gleich auf?

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Die Igel fressen nur bedingt Nacktschnecken, sie schmecken ihnen nicht besonders. Und da die Tigerschnegel einen sehr zähen Schleim haben, kann man getrost davon ausgehen, dass sie von diesen erst recht das Schnäuzchen lassen. 

Vertragen sich Tigerschnegel mit den ebenfalls nützlichen Weinbergschnecken?

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Tigerschnegel fallen normalerweise nicht über andere Schnecken her, um sie zu töten und zu fressen - auch nicht über andere Nacktschnecken. Sie fressen sie allerdings, wenn sie bereits tot sind. Biestig gegenüber ihren nackten Kollegen werden sie vor allem dann, wenn sie ihre eigenen Gelege vor deren Gefräßigkeit schützen wollen - dann jagen sie die Wegschnecken mit Bissen aus ihrem Revier. Von Weinbergschnecken droht ihnen da kaum Gefahr, sie lassen sich gegenseitig in Ruhe. 

Wir haben Katzen. Werden sie die Tigerschnegel in Ruhe lassen?

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Katzen haben im Allgemeinen kein Interesse an Nacktschnecken, auch nicht an Tigerschnegeln. Andersherum könnten die Katzen bzw. deren Futter für die Tigerschnegel von Interesse sein. Katzenfutter zählt zu ihren Lieblingsspeisen! Sie sollten also, wenn Sie Tigerschnegel ansiedeln wollen, ihre Katzen nicht im Garten füttern, auch nicht in Räumen, in die die Schnegel leicht eindringen können. 

Tigerschnegel greift Wegschnecke an