Häufig gestellte Fragen 

Antworten

Können Tigerschnegel das ganze Jahr über im Garten angesiedelt werden – wenn nicht, wann wäre der früheste/der späteste Zeitpunkt?

 

Tigerschnegel sind wie alle Schnecken wechselwarme Tiere. Die Wintermonate verbringen sie in Winterstarre, vergraben im Kompost, unter Steinen, Laub- und Holzhaufen, und kommen erst im Frühjahr wieder an die Oberfläche. Sobald die Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt liegen, können die Schnegel in den Garten gesetzt werden. Ein paar verspätete mäßig frostige Nächte schaden ihnen dann nicht mehr.
Paarungszeit ist im Hoch- bis Spätsommer, Eiablage bis in den Oktober hinein. Da viele Schnegel einen zweiten Winter nicht überleben, und die Eiablage im Oktober größtenteils schon erfolgt ist, empfehle ich die Ansiedlung bis einschl. September.

In unserem 200-qm-Garten halten sich Massen von Nacktschnecken auf und fressen alles kurz und klein.  Reichen zwei startersets aus, um die gefäßigen Schädlinge erfolgreich zu bekämpfen?

 

Um Massen an Wegschnecken im Garten erfolgreich zu bekämpfen, wären Massen an Tigerschnegeln nötig - und die könnte ich weder verkaufen, noch würde ich dazu raten!
Der Tigerschnegel zählt wie z. B. der Igel, die Kröte, die Spitzmaus, einige Käfer wie der Schwarze Moderkäfer, zu den natürlichen Feinden der schädlichen Nacktschnecken. Je mehr davon in einem Garten vorkommen, desto eher können die Schadschnecken zurückgedrängt werden.
Als ausgemachter Allesfresser ernährt sich der Tigerschnegel hauptsächlich von Pilzen, Flechten, Algenbelägen, überreifem und faulendem Obst und Gemüse, außerdem von Kot und Aas. 
Gelege anderer Nacktschnecken räubert er hin und wieder aus, futtert ein paar Jungtiere oder raspelt eine Portion Frischfleisch von einer vorbeiziehenden ausgewachsenen Wegschnecke ab.  

Zwei/drei Dutzend Tigerschnegel können in einem 200-qm-Garten zwar regulierend (mit-)wirken – um jedoch bereits vorhandene Massen an Schadschnecken spürbar zu reduzieren, braucht es weitere Hilfsmittel. 

Wie lange dauert es, bis eine Anzahl von sechs bis acht Tigerschnegeln – wie im Starterset angeboten – zu einer Population anwächst, die sich regulierend auf das Aufkommen der schädlichen Nacktschnecken auswirken kann? 
Welche Voraussetzungen sind nötig, damit sie sich in meinem Garten ansiedeln und vermehren?

Der Aufbau einer Schnegelpopulation, die auch Wirkung zeigen kann, ist kein kurzfristiges Projekt. 
Es dauert mehr als einen Sommer, und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Finden die Schnegel Verstecke an einem ungestörten, schattigen und feuchten Platz zum Drunter- und Dazwischenschlüpfen, z. B. eine naturbelassene Ecke mit ein paar hohl liegenden Steinen, einen Holzstapel, einen Laubhaufen, eine Natursteinmauer?

Stimmen die Bedingungen, bleibt der Tigerschnegel, sucht tagsüber immer wieder dasselbe Versteck auf, und bewegt sich nachts im Umkreis von 2 bis 3 m. 
Im Spätsommer legt ein ausgewachsener Schnegel 100 bis 200 Eier ab, verteilt in mehreren Verstecken. Da jedoch viele der Eier verfaulen, ein Teil der Jungtiere dann noch Fressfeinden oder einem starken Regenguss zum Opfer fällt, wachsen die Populationen nur langsam. Auch kann ein sehr kalter Winter oder heißer und trockener Sommer ihre Anzahl stark reduzieren. 

Mir ist bewusst, dass die Tigerschnegel mein Schadschneckenproblem nicht lösen werden. Was kann ich noch tun, um die gefräßigen Wegschnecken auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und dabei ihre natürlichen Feinde zu schonen?

Mein Rat: Fallen stellen und absammeln.
Fallen stellen heißt, Häufchen mit Gemüseabfällen im Garten verteilen und die Schnecken dort regelmäßig einsammeln. Auch in der feuchten Atmosphäre unter Brettern halten sie sich gerne auf und legen hier ihre Eier ab. Anschließend mit kochend Wasser übergießen, das ist ein schneller Tod. Gut vergraben, der Aasgeruch würde nur noch mehr Schnecken von weit her locken. 

Ist es ratsam, die Schnegel im Gewächshaus anzusiedeln? 



Es kommt darauf an, was im Gewächshaus wächst. Zwar frisst der Allesfresser nur ausnahmsweise frische Grünpflanzen, aber eine reife Gurke oder Tomate zählt in seiner Welt zu absterbendem Pflanzenmaterial, und die frisst er sogar gerne. Im Garten richtet er keinen größeren Schaden an, solange er dort ausreichend Futter findet; eine hin und wieder angefressene Gurke fällt dann, gemessen an seinem Nutzen, nicht ins Gewicht. Aber in ein Gewächshaus mit vorwiegend Gemüseangebot würde ich ihn nicht direkt hineinsetzen. 

Fressen die Tigerschnegel auch das für die Wegschnecken giftige Schneckenkorn und sterben daran?


Tigerschnegel fressen so ziemlich alles, was Wegschnecken auch fressen, also auch das für sie giftige Schneckenkorn. Nur in ihren Vorlieben unterscheiden sie sich. Während sich die Wegschnecken am liebsten über frische Grünpflanzen im Garten hermachen, ziehen die Tigerschnegel überreifes und absterbendes Pflanzenmaterial vor. 

Wir haben eine Igelfamilie im Garten. Fressen die Igel die Tigerschnegel nicht gleich auf?


Igel fressen nur bedingt Nacktschnecken, sie ziehen die zarteren und weniger schleimigen Regenwürmer vor. Nur wenn an diesen Mangel herrscht, was in trockenen Sommern der Fall ist, machen sie sich auch über Nacktschnecken her. Aber erst wenn sie sehr ausgehungert sind, vergreifen sie sich auch an  den mit einem besonders zähen Schleim behafteten Tigerschnegeln.

Vertragen sich Tigerschnegel mit den ebenfalls nützlichen Weinbergschnecken?


Tigerschnegel fallen nicht generell über andere Schnecken her.  Sie fressen sie allerdings, wenn sie bereits tot sind. Eine Ausnahme machen sie mit Jungtieren und Gelegen der Wegschnecke, doch bleibt der Hunger des Allesfressers auf lebende tierische Nahrung begrenzt. 
Biestig können sie sich aber auch gegenüber ausgewachsenen Wegschnecken verhalten, diese greifen sie vor allem während ihrer Paarungs- und Eiablagezeiten an. Weinbergschnecken lassen sie normalerweise in Ruhe.

Wir haben Katzen. Werden sie die Tigerschnegel in Ruhe lassen?


Katzen haben im Allgemeinen kein Interesse an Nacktschnecken, auch nicht an Tigerschnegeln. Andersherum könnten die Katzen bzw. deren Futter für die Tigerschnegel von Interesse sein. Katzenfutter zählt zu ihren Lieblingsspeisen! Sie sollten also, wenn Sie Tigerschnegel ansiedeln wollen, ihre Katzen nicht im Garten füttern, auch nicht in Räumen, in die die Schnegel leicht eindringen können.

In der Verdandbox habe ich ein Gelege gefunden – was soll ich damit machen? 


Entweder Sie deponieren das Gelege gleichzeitig mit den Schnegeln an der Stelle, wo sie sich ansiedeln sollen, locker unter Moos oder einem Stück Rinde versteckt, oder 
Sie lassen das Gelege in der Box, drücken die Luftlöcher etwas zu. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Kleinen, die dann noch drei bis vier weitere Wochen gefüttert werden sollten (am liebsten nehmen sie in diesem Stadium Gurke und Champignons an) und setzen sie dann ebenfalls in den Garten.

Das Paket ist zwei Tage nach Versand noch nicht ausgeliefert. Muss ich mir Sorgen um die Tiere machen?


Die Schnegel sind gut verpackt und versorgt und halten unter normalen Umständen auch eine 6-Tage-Reise unbeschadet durch. Nur wenn die Temperaturen auf 25 Grad und mehr ansteigen, wird es kritisch. Dann kann eine halbe Stunde in der aufgeheizten Box schon zum Verhängnis werden. Da ich auf die Wettervorhersage achte, kommen Hitzeunfälle jedoch verhältnismäßig selten vor.

Tigerschnegel greift Wegschnecke an